Beschreibung des Novex-B Mikroskops von Euromex / Vergleich Optika B-500

(Beitrag vom 20.04.2012 korrigiert am 19.05.2015)

Beschreibung des Novex-B Mikroskops von Euromex und Vergleich mit dem neuen Optika B-500 Mikroskop.

 

Das Novex-B Mikroskop von Euromex


Bei dem Novex-Mikroskop handelt es sich um ein Trinokulares Gerät der Novex B-Reihe
mit 4 Planachromat Objektiven mit der Vergrößerung 4 - 10 - 40 und 100, wobei das 100er Objektiv ein Ölimmersionsobjektiv mit Irisblende ist.

( Das Optika ist ebenfalls ein Trinokular Mikroskop, allerdings mit einem 5-fach Revolver )

Das Mikroskop wird oft preislich günstiger mit achromat Objektivenangeboten. Dabei entstehen, besonders beim Fotografieren oder wenn eineKamera angeschlossen wird am Rand des Bildfelds Wölbungen.

Also, aufpassen welches Mikroskop man bestellt.

 

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Nachdem Euromex die Preise für das Novex-B Mikroskop erhöht hat, gibt es aus meiner Sicht nur zwei Möglichkeiten die Dunkelfeldmikroskopiekostengünstig durchzuführen:

1. man versucht ein gebrauchtes Novex-B Mikroskop zu bekommen - AberVorsicht damit die Konfiguration stimmt und man nicht die Katze im Sackkauft.

2. man bestellt sich gleich das etwas teure Optika-B Mikroskop.

 

Wesentlicher Vorteil des Optika Mikroskops ist die eingebaute LEDBeleuchtung. Damit entfällt die Kaltlichtquelle und man hat nur noch ein Gerät am Arbeitstisch stehen.

Zuerst dachte ich, dass die LED von der Lichtstärke nicht an dieKaltlichtquelle ( 150W ) des Novex herankommt. Aber genau das Gegenteilwar der Fall.

Die Intensität der LED dürfte ca. 50% heller sein als die Kaltlichtquelle des Novex-B Mikroskops.

Damit ist beim Dunkelfeldbetrieb für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt.

 

Die Kaltlichtlampe beim Novex ist eine Halogenlampe und weist einwärmeres Licht auf als die sehr kalte LED Beleuchtung der hellen Diodenim Optika.

Man muss sich bei der Umstellung erst daran gewöhnen. Allerdings lassen sich damit Strukturen wesentlich besser auflösen.

Ebenso ist die Einstellung mit dem Dunkelfeldkondensor einfacher. Erist plan gearbeitet und der Lichtpunkt ist leichter zu fixieren.

Was mich am Anfang etwas gestört hat, war die Umstellung beim Einstellen und Fixieren des Lichtpunktes im Dunkelfeld Bild.

In der Anleitung steht, das man erst einen Bluttropfen benötigt unddann damit den Kondensor bzw. der Lichtstrahl mittig ausrichten werdenkann.

Mittlerweile habe ich ein einfaches Verfahren entdeckt, bei dem ichkein Blut zum Einstellen verwenden muss und dennoch einen schönenhomogenen Lichtpunkt in die Mitte fixieren kann.

Mehr dazu in meinen anderen Testberichten.

Jetzt aber erst mal wieder weiter mit dem Novex-B Mikroskop

 

 Dunkelfeld Mikroskop Tri Okular Umschalter

 

Die neue Version des Mikroskops besitzt einen umschaltbaren Strahlenteiler.

Damit kann der Lichtaustritt zwischen den Okularen und dem trinokular Ausgang umgeschaltet werden.
Die Lichtintensität beträgt immer 100%. Besonders bei Bildern wo nur kleine Strukturen erkennbar sind ist das wichtig.


Okulare für Novex Mikroskop

Als Okulare verwende ich Weitfeld Okulare .

Die normalen Okulare habe ich gegen diese ausgetauscht.

Die Vergrößerung der Okulare ist 10fach. Zusätzlich benütze ich noch ein 15fach Weitfeld-Okulare.

Mikroskopvergrößerung

Das Produkt von Okular und Objektiv ergibt die Gesamtvergrößerung des Mikroskops.

100x ( Objektiv ) * 10x ( Okular ) = 1000x ( Mikroskop Vergrößerung )

Verwendet man Okulare > 12,5x mit dem 100x Ölimmersionsobjektiv entsteht eine leere Vergrößerung was bedeutet, dass das Bild unscharf wird.

Ich persönlich verwende überwiegend das 10x Okular.

Bestellung und Vorbereitung des Mikroskops.

Nach der Bestellung kam das Mikroskop ca. 2 Wochen später, gut verpackt in einer Styroporschachtel in meiner Praxis an.

Auf die Styroporverpackung sollte man achten, da sie immer wieder zum Transport verwenden werden kann.

 

Zuerst erfolgte eine Untersuchung von Objekten im Hellfeld.

 

Dabei wurde der Hellfeldkondensor in die Kondensorhalterung montiert.

Hellfeld Kondensor Dunkelfeldmikroskop Euromex Novex
 Hellfeld Kondensor
 Kondensor Halterung Novex-B Dunkelfeldmikroskop
 Kondensor Halterung
 Hellfeld Kondensor und Halterung für Novex-B Mikroskop
 Hellfeldkondensor + Halterung
 Hellfeldkondensor am Mikroskop mit Kondensorhalter von unten
Kondensoraufnahme am Mikroskop mit Kondensorhalter
 Lichtkreis 4x Hellfeld Dunkelfeldmikroskop

Dann wurde mit dem kleinsten Objektiv ( 4x) der Kondensor ausgerichtet.

Anschließend konnte ich Trockenpräparate mit den verschiedenen Objektiven untersuchen.

Hellfeld Test 4x Dunkelfeldmikroskop 

 4x Objektiv

Hellfeld Test 10x Dunkelfeldmikroskop 

 10x Objektiv

Hellfeld Test 40x Dunkelfeldmikroskop
40x Objektiv

Hellfeld Test 100x Dunkelfeldmikroskop

 100x Objektiv mit Ölimmersion

Dann erfolgte der Umbau zum Dunkelfeld Mikroskop.

Dabei wurde der Hellfeld Kondensor durch den Dunkelfeld Kondensor ersetzt und die Kaltlichtquelle wurde angeschlossen.

Um ein optimales Dunkelfeldbild zu erhalten hat die Qualität desDunkelfeldkondensors in Verbindung mit dem Immersionsöl-Objektiv einegroße Bedeutung.

Der Dunkelfeldkondensor bildet mit dem darüber befindlichen Öl ein optisches System.

 

 

 

objektträger

 

Deckgläser

  Die Lichteinspeisung in den Dunkelfeldkondensor erfolgt über einen Lichtwellenleiter.

 

 

Dieser ist an seinem Ende ( Übergang zum Kondensor) mechanischverstärkt und gebogen . Das ist kein Fehler, sondern dient dem besserenHandling des Lichtwellenleiters.

 

Die Befestigung des LWL erfolgt mit einer Fixierschraube imDunkelfeldkondensor. Ist diese nicht angezogen, steckt der LWL locker in seiner Aufnahme die ca. 20mm tief ist. Sie lässt ein seitlichesVerkanten des LWL's nicht zu.

Damit können auch keine optische Verfremdungen entstehen.

Die Hauptursache für optische Verfremdungen liegt in einerFehlbedienung des Mikroskops. Das Auftragen des Öls und dasPositionieren des Kondensors am Objekt haben dabei einen entscheidendenEinfluss.

 

 

Das neue Set beinhaltet eine 150W Kaltlicht Beleuchtung.

Kaltlicht ist dabei etwas falsch beschrieben. Die Lichtquelle stehtextern. Eine 150W Halogenlampe ( die sehr heiß wird ) erzeugt das Licht.

Die Einspeisung des Lichts zum Objekt erfolgt über einen Lichtwellenleiter.

 

Ersetzt man die Standard Halogen Lampe der Kaltlichtquelle durch eine Long-Life Halogen Lampe, hält die Beleuchtung ca. 10 mal länger ( 500Stunden laut Spezifikation ).

Das ist besonders bei Langzeitbeobachtungen sinnvoll.

Ein weiterer Vorteil der Kaltlichtquelle ist, das die Hitzeeinwirkungen vom Objekt ferngehalten wird.

Die Intensität der Lichtquelle ermöglicht eine ausgezeichnete Beleuchtung des Objekts im Dunkelfeld.

 

Die Kaltlichtquelle ist dimmbar was eine weite Anpassung der Lichtintensität ermöglicht.

 

Die Ausrichtung der Objekte im Dunkelfeld erfolgt ausgehend vom kleinsten Objektiv bis hin zum 100x Öl Immersions Objektiv.

Dabei sollte darauf geachtet werden, dass, wenn das Objekt mit Ölbenetzt ist, das 40x Objektiv nicht mehr ins Öl geschwenkt wird.

Der Ablauf der Ausrichtung ist wie folgt.

  • Zuerst das 4 x Objektiv einschwenken
  • dann ein Objekt ( Blutprobe ) auf dem Tisch befestigen. Wenn keinObjekt zwischen dem Dunkelfeldkondensor und den Objektiven vorhanden aisieht man nichts.
  • Dann einen Tropfen Öl auf den Dunkelfeld Kondensor aufbringen.
  • Jetzt langsam den Dunkelfeld Kondensor nach oben bewegen bis dieÖlschicht von unten das Objektglas berührt. ( Es bildet sich von untenzwischen dem Kondensor und dem Objektglas eine Ölschicht.
  • Langsam mit dem Grobtrieb und dem kleinstem Objektiv ( 4x ) die Schärfe des Lichtpunktes finden.

An dieser Stelle kann es vorkommen, das kein optimaler Lichtfleck wie unten abgebildet erzeugt wird. Dieser Lichtfleck ist aber für dieDunkelfeld Untersuchung von entscheidender Bedeutung.

Sollte er fehlen bezw. nicht richtig oder verschwommen sein, dann nochmals von vorne anfangen.

Das Öl auf dem Tisch bzw. auf dem Kondensor kann mit Cleanex o.ä. weggewischt werden.

Manchmal kann es vorkommen, dass der Kreis ausgefranst und zackig ist. Das hat mit der Position im Blut zu tun.

Dann den Tisch ein wenig bewegen und eine bessere Position suchen.

Wie gesagt, der Lichtfleck sollte wie der Lichtfleck unten aussehen. Sonst sieht man alles mögliche, nur keine guten Bilder.

Lichtfleck im Dunkelfeld Mikroskop mit dem 4 x Objektiv

Im Nächsten Schritt wird das 10 x Objektiv eingeschwenkt. Dadurch wird der Lichtfleck größer.

An diesem Punkt sollte man schon die Struktur des Blutes im Überblick erahnen können.

Da sich beim ersten Betrachten noch kein Öl auf dem Deckglas befindet, kann man die Probe auch mit dem 40 x Objektiv betrachten.

Hier sollte schon ein schönes Dunkelfeldbild mit einer 400 fachen Vergrößerung erkennbar sein.

Danach wird Öl auf das Deckglas gegeben, der Tisch einige Drehungenmit dem Feintrieb nach oben gefahren und das 100 x Ölimmersions Objektiv eingeschwenkt.

 

Lichtfleck in der Dunkelfeld Ansicht mit dem 10 x Objektiv 

Nach dem Senken des Tisches sehen wir unsere Blutkörperchen im Dunkelfeld mit 1000 facher Vergrößerung.

Es kann sein, dass das Bild zu hell oder zu dunkel ist. Dafür ist im Öl Immersions Objektiv eine Irisblende eingebaut.

Mit dieser kann das Streulicht vom Kondensor reguliert werden. Es ändert sich damit auch die Helligkeit.

 

Objektiv Plan 100x mit Irisblende

 

Die oberflächlige Reinigung des Mikroskops kann mit einem Klistierball erfolgen. ( Blaseball )

Dieser ist in jeder Apotheke zu bekommen.

 

Klistierball

Die äußere Seite der Linsen reinige ich mit einem Brillentuch ( Mikrofaser ) das bei Optiker bezogen werden kann.

Um den Ölfilm von den Objektiven aufzunehmen ist ein Optikpapier von Hama sehr zu empfehlen. ( Zu beziehen über Amazon )

 

HAMA Optikpapier

 

 Es gibt mittlerweile eine ganze Menge Video Kameras die an das Mikroskop angeschlossen werden können.

Manche benötigen noch einen speziellen C-Mount Adapter


C-Mount Adapter

 

 oder einen

Frame-Grabber

Frame Grabber

 

Diese werde ich auf einer eigenen Seite beschreiben.

Ich hoffe, ich konnte mit dieser Seite dem einen oder anderen einwenig Unterstützung beim Beginn der Dunkelfeldmikroskopie anbieten.

Viel Spass beim Mikroskopieren.

Heike Brandstetter-Werdecker und Hans Werdecker



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