Bericht über das IG-DF-Treffen am 15.11.2008 in Dreieich-Sprendlingen

(Beitrag vom 27.01.2009 korrigiert am 30.01.2009)

Bericht über das IG-DF-Treffen am 15.11.2008 in Dreieich-Sprendlingen

Viel positive Resonanz gab es zum Abschluss unseres zweiten IG-DF-Treffens in diesem Jahr. Die Teilnehmer hatten auch lange Anfahrtswege nicht gescheut, was uns sehr gefreut hat. In gewohnt fröhlicher Atmosphäre, fand das Treffen auch diesmal wieder in den Räumlichkeiten des Bürgerhauses in Dreieich-Sprendlingen statt. Netterweise wurde das angrenzende Lokal renoviert und bekam einen neuen Pächter. Die gemütliche Atmosphäre und das gute Mahl verleiteten uns zu einer längeren Mittagspause als vorgesehen, worüber sich jedoch niemand beklagte.

Am Vormittag hatten Joachim Bauer und Dr. med. Elke Krämer die CD „Dunkelfeldmikroskopie nach Prof. Enderlein“ von Dr. med. Hilbert Seeger vorgestellt. Den Menü-Punkten der CD folgend, klickten wir uns durch die Bilderfolge und Kommentare. Um es vorweg zu nehmen, das Urteil der 24 Teilnehmer war am Ende einstimmig. Die CD ist ihr Geld leider nicht wert und das sind immerhin bemerkenswerte 180 Euro, die man dafür berappen muss.
Die CD erschöpft sich in der Gegenüberstellung von gefärbten Blutausstrichpräparaten, wie sie in der hämatologischen Diagnostik im Hellfeld üblich sind und Vitalblutbildern im Dunkelfeld. Seeger zeigt, wie die verschieden Typen Blutzellen im gefärbten Präparat und im Dunkelfeld zur Darstellung kommen und kommentiert dies jeweils in ein paar sparsamen Sätzen. Hierbei erfährt man jedoch nichts über Enderleins Interpretationen der vergleichend morphologischen Blutbefunde, wie man aufgrund des Titels der CD vermuten würde. Seeger verliert lediglich ein paar Worte über die schulmedizinisch bekannte hämatologische Bedeutung der pathologisch veränderten Blutzellen. In den wenigen Kommentaren, die sich auf Enderlein beziehen, demonstriert Dr. Seeger, dass auch er mit Enderleins Begrifflichkeiten so seine Schwierigkeiten hat. Am meisten enttäuschte wohl die Teilnehmer die übersichtliche Auswahl der Vitalblutbilder. Seeger zeigt uns stellenweise sechs Mal dieselben Aufnahmen zu verschiedenen Menü-Punkten. Wenn schon inhaltlich kaum etwas rüber kommt, so hätten wir zumindest viele schöne Blutbilder erwartet.
Müssten wir daher abschließend Schulnoten für diese Leistung verteilen, dann würde Dr. Seeger von uns ein ungenügend bekommen.

Bevor es in die Mittagspause ging, stellte Frau Dr. Krämer die Firma SanPharma, Dohren, und die neue Forschungsinitiative von dem Chemiker Dr. rer. nat. Gerhard Steidl vor.

Die SanPharma ist ein kleines Familienunternehmen, das die immunbiologischen und isopathischen Arzneimittel nach Prof. Dr. phil Günther Enderlein seit 1978 herstellt und vertreibt. Der Firmengründer, Gerhard Schröder, so wurde berichtet, habe die Lizenz für die Herstellung von Enderleins Witwe, Sigrid Enderlein, Mitte der 1970er Jahre erworben. Die Präparate werden überwiegend in Schweden und U.S.A. vertrieben. In Deutschland ist die Firma bisher nur mit drei Suppositorien der Enderleinschen Hauptmittel (Mucor racemosus, Aspergillus niger, Penicillium notatum D3 supp.) auf dem Markt. Die amerikanischen Präparate können über eine internationale Apotheke mit einem ärztlichen Rezept bezogen werden.

[Weitere Informationen unter: www.sanpharma.com oder bei der SanPharma, Postfach 1168, 21248 Tostedt, Germany.Telefon: +49 (41 82) 54 53; Fax: +49 (41 82) 217 06 info@sanpharma.com]

Das „Hematology Research and Development-Labor“ der RIZOL-MANAGEMENT Ltd. von Dr. Steidl in Nürnberg beschreitet seit Mai dieses Jahres, in Zusammenarbeit mit Dr. med. Dr. rer. nat. Bernd Lorbeer (Laborarzt) und Mitarbeitern, neue Wege zur Aufklärung von Krankheitsursachen. Sie bieten im Rahmen eines Forschungsprogramms medizinisch-diagnostische Laboruntersuchungen an, mit einem besonderen Augenmerk auf die mikrobiologischen Belastungen der roten Blutzellen. Es gilt erneut die Zusammenhänge zwischen chronischen Krankheiten und einer Schädigung der Erythrozyten festzustellen. Diese transportieren das Lebenselement Nr. 1, den Sauerstoff, zu den Zellen der Organgewebe. Chronische Erkrankungen, als auch die Krebserkrankungen, sind oftmals mit Anämien verbunden, die, wie die Wissenschaftler vermuten, in Zusammenhang mit Mikroorganismen stehen, denen die roten Blutkörperchen als Brut- und Entwicklungsstätte dienen. Für die Untersuchungen stehen neben etablierten Methoden in Zukunft auch die neuesten Analysemethoden zur Verfügung wie z. B. PCR, DNA-Sequenzierung, Gefrierschnittuntersuchungen, Enzymanalytik und andere konventionellen Methoden der Laboranalytik. Ärzte und Heilpraktiker können sich an der Erarbeitung neuen Wissens beteiligen, indem sie Blutproben einsenden. Auf Anfrage erhalten Sie bei dem Labor eine Broschüre mit einer Übersicht über die zurzeit durchführbaren Analysemethoden, die, wie üblich, nach GOÄ bzw. EBM abgerechnet werden.

[Anfragen richten Sie bitte an: Labor Dr. Dr. Lorbeer,Lina-Ammon-Straße 28, 90471 Nürnberg. Telefon: 0911 8169490; Fax: 0911 8169498 (Sprechzeiten Mo, Di, Do, 17-20 Uhr, Mi und Fr 12-14 Uhr) E-Mail: rizol@t-online.de]

Der Nachmittag gehörte dann Enderleins Geschichte und seiner vergleichend morphologischen Blutuntersuchung, die uns wiederum Frau Dr. Krämer vortrug. Zu Beginn erfuhren wir, dass man die Forschungen von Günther Enderlein bisher gründlich missverstanden habe. Gründe hierfür gäbe es reichlich. Allen voran, Enderlein habe es nicht verstanden, sich allgemeinverständlich auszudrücken. Auch habe er mit seiner anspruchsvollen Nomenklatur ein zusätzliches Hindernis geschaffen, das auch wohlwollende davon abgehalten habe, sich in die komplizierte Materie einzuarbeiten. Es habe natürlich auch die Unterdrückung seitens seiner wissenschaftlichen Gegner gegeben. Zudem seien Enderleins grundlegende Arbeiten in der Zeit zweier Weltkriege entstanden, und vor allem während des Zweiten Weltkrieges sei vieles von den ursprünglichen Zusammenhängen der Entdeckungsgeschichte der Endobionten verschüttet gegangen. Auch habe Enderlein selbst einiges zur Verwirrung beigetragen, indem er nach dem Zusammentreffen mit dem schwedischen Lebensreformer, Philosophen und Schriftsteller, Are Waerland, Anfang der 1950er Jahre, seinen Arbeiten einen philosophischen Überbau gab. Waerland sei es auch gewesen, der die Arbeiten von Antoine Béchamp ausgegraben und die Parallelität zu Enderleins Forschungen erkannt habe. So beruhten Enderleins Arbeiten nicht auf den Arbeiten des genialen Béchamp, wie so oft geschrieben. Enderlein hatte auch nachweislich keine Blutuntersuchungen im Dunkelfeld an Fleckfieber erkrankten Soldaten während des Ersten Weltkrieges durchgeführt und er hatte zu dieser Zeit auch noch keine Symbionten im Blut erkannt. Auch sei es häufig zu Verwechselungen mit den Arbeiten von Dr. phil. Wilhelm von Brehmer gekommen.
Tatsächlich aber basiere Enderleins Entdeckungsgeschichte der Endobionten auf den Vorarbeiten von dem Kölner Gynäkologen Otto Schmidt, der bereits 1903 über einen seltsam wandelbaren Mikroorganismus im Blut und in Tumoren berichtet hatte, den er für die Krebsentstehung verantwortlich machte. Schmidt habe auch bereits eine immunbiologische „Krebs-Vakzine“ aus dem Mucor racemosus hergestellt. Enderlein habe die Arbeiten von dem 1926 verstorbenen Schmidt in der Zeit von 1931-1937 überprüft und bestätigen können und 1939 mit der Entwicklung eines eigenen Krebsheilmittels aus dem Mucor racemosus begonnen. Dabei gewann er durch Filtration die Spermite genannten biologischen Regulatoren, die identisch mit denen im Organismus seien.

So war das Fazit der Ausführungen:
Hätte Enderlein einfach nur von biologischen Regulatoren gesprochen, dann wäre die Geschichte heute nicht so kompliziert. So aber sei es zu einem Haufen verquerer Vorstellungen und Deutungen gekommen, wie z. B. die Gleichsetzung von Endobionten mit Prionen oder auch die Vorstellung, die Enderlein-Präparate können Erkrankungen auslösen oder zu einer Erstverschlimmerung beitragen.

Nach der Aufklärung der Zusammenhänge in der Entdeckungsgeschichte des Endobionten schauten wir uns zwei Blutuntersuchungsprotokolle von Enderlein aus dem Jahr 1965 an, die von ihm befundet und kommentiert worden waren. Dabei wurde vor allem deutlich, dass Enderleins vergleichend morphologischen Blutuntersuchungen nichts mit dem gemein haben, was heutzutage in seinem Namen vielerorts durchgeführt wird. So beurteilte Enderlein das Blut nicht nur im Dunkelfeld, sondern auch im Phasenkontrast sowie in gefärbten Blutausstrich-Präparaten. Zudem stellte er die Gerinnungsparameter und den Blut pH fest. Sein Gesamturteil bezog sich auf den Grad der Belastung mit den Endobiontenformen. Eine Krebsdiagnose könne mit dieser Methode auf keinen Fall gestellt werden, war die ausdrückliche Mahnung, das habe Enderlein bereits 1954 klargestellt. So war das Fazit hier: die Vitalblutuntersuchung im Dunkelfeld ist eine wertvolle Zusatzdiagnostik, man darf ihr aber auch nicht zuviel abverlangen. Vor allem aber sollte man sich zuvor Klarheit über den Endobiosis-Komplex verschafft haben und die Aussagen der selbsternannten Experten auf dem Gebiet der „Dunkelfeld-Mikroskopie nach Enderlein“ hinterfragen.

Zum Abschluss gab es noch ein paar eindrucksvolle Dunkelfeld-Aufnahmen zu sehen, die uns Stefan Marzinowski zur Verfügung gestellt hatte, der nicht zum Treffen kommen konnte. Gezeigt wurde das Blut eines schulmedizinisch gut untersuchten Patienten, bei dem man aus Verlegenheit ein Burn-out und Depressions-Syndrom diagnostiziert hat. Während die Übersichtsaufnahmen noch relativ unspektakulär waren, und lediglich eine schwache Vermehrung der Leukozyten andeuteten, zeigten die Nahaufnahmen ein recht interessantes Spektakel. Zu sehen war ein langer „Wurm“, der sich aus einem zerfallenen Leukozyten wand und quer über den Objektträger schraubte. Auf einem anderen Bild sah man noch weitere zerfallene Leukozyten, aus denen sich die gleichen Formationen entwickelten. Nach Aussagen von Stefan Marzinowski habe sich dieser Befund in wenigen Minuten dargestellt. Beeindruckend sei dabei nicht nur die Länge des „Wurms“ gewesen, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der sich das Objekt fortbewegte, was leider nur zu erahnen war, da es sich um Einzelaufnahmen handelte. Bemerkenswert war, dass Dr. Seeger die gleichen morphologischen Befunde auf seiner CD als Artefakte interpretiert hat, da er sie künstlich durch Verunreinigung des Objektträgers mit Immersionsöl erzielen konnte. Dass er damit die „Blutmikrobe“ aus ihrem Bau gelockt und einen Entwicklungsvorgang beschleunigt hat, daran hat Seeger nicht gedacht. Bei Enderlein entspricht der „Wurm“ einem besonders schönen, ausgewachsenen Exemplar der Leptotrichia buccalis.

Bei soviel Theorie kam der praktische Teil am Mikroskop zu kurz. Wir geloben Besserung.
Beim nächsten Treffen im Frühjahr 2009 soll der praktische Teil im Vordergrund stehen.

IHR IG-DF-TEAM



Nachtrag vom Webseitenbetrieber:

Es gibt natürlich auch andere, durchaus positive Meinungen zu der CD von H. Dr. Seeger. Daher finde ich, jeder sollte sich selbst ein Bild davon machen.
Die Dunkelfeld-Diagnostik ist ein sehr interessantes Feld und leider immer noch nicht durchgehend erforscht. Aus diesem Grund sind unterschiedliche Meinungen durchaus möglich wenn nicht sogar notwendig. Dazu dient auch dieses Portal.







 


Seite zurück