Blutuntersuchung im Dunkelfeld und ihre Glaubwürdigkeit

(Beitrag vom 11.11.2007 korrigiert am 19.05.2015)

Blutuntersuchung im Dunkelfeld und ihre Glaubwürdigkeit

Der größte Nachteil der Blutuntersuchung im Dunkelfeld ist, es gibt keine allgemeingültige Lehrmeinung darüber. Somit kann jeder der ein Portal zur Selbstdarstellung hat bei der Interpretation mitmischen. Das war vor über 5o Jahren schon so und wird sich auch nie ändern.

Untersucher sollten jedoch in der Lage sein, Blutbestandteile, die Hämatologen auch im gefärbten Blutausstrich sehen, richtig zu erkennen und zu benennen. Dies ist absolute Grundvoraussetzung um eine gewisse Glaubwürdigkeit der Blutuntersuchung im Dunkelfeld zu erreichen.

Rote Blutkörperchen

Rote Blutkörperchen sind nicht immer alle gleich in Form und Größe. Dies ist sowohl im Blutausstrich im Hellfeld als auch im Dunkelfeld zu sehen. Es gibt daher eine hämatologisch anerkannte Terminologie für diese Blutbestandteile.


Beispiel: Akanthozyten

Akanthozyten sind rote Blutkörperchen mit irregulären Ausziehungen. Diese Ausziehungen variieren in Breite, haben jedoch meißt ein gerundetes Ende. Sie kommen u.a. bei chronischen Lebererkrankungen vor.

 

 

Anisozytose, Akanthozyten, Echinozyten, Elliptozyten, Poikilozyten, Retikulozyten, Schistozyten, Stomatozyten, Dakrozyten, Target Zellen sind alles hämatologische Begriffe die dem Untersucher geläufig sein müssen.

 

 

Geldrollenbildung (Rouleaux)

Geldrollenbildung im Dunkelfeld wird weltweit von Verkäufern verschiedener Heilmittel und Geräten zur Darstellung einer schlechten Durchblutung mißbraucht. Sehr beliebt sind hierbei Dunkelfeldaufnahmen betitelt “vorher” und “nachher”.

 
vorher
 
nachher

 

Laut “Oxford Textbook of Medicine” ist echte Geldrollenbildung sichtbarer Analog einer hohen BSG und somit ein unspezifischer Hinweis auf ein entzündliches Geschehen. Wer dagegen argumentieren will, muß sich mit den Verfassern dieses Standardwerks der Medizin auseinandersetzen.

Außerdem ist zwischen echter Rouleauxbildung und Blutschlamm (zu dicker Tropfen) zu unterscheiden.


Rouleaux im Hellfeld
 
im Dunkelfeld
 
blutschlamm (falsches rouleaux)

 

Weiße Blutkörperchen

 
Es gibt 5 verschiedene Arten von weißen Blutkörperchen. Neutrophile, Eosinophile und Basophile Granulozyten, sowie Monozyten und Lymphozyten. Lymphozyten unterteilen sich wiederum in B- und T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen (NK), die Untersucher erkennen und voneinander unterscheiden müssen.

Beispiel:Neutrophiler Granulozyt und Monozyt

 
Neutrophiler im Hellfeld
 
Neutrophiler & Monozyt im Dunkelfeld
 
Monozyt im Hellfeld


Thrombozyten

 
Auch Thrombozyten sind im gefärbten Blutausstrich sichtbar. Allerdings sind Thrombozytenaggregate nur im zusatzfreien Blutausstrich zu beobachten. Die verschiedenen Färbmethoden für Blutausstriche separieren diese Aggregate.




Zusatzfreier Blutausstrich


Auszug von Dr. Seeger’s Dunkelfeld Lehr CD Teil I

Im Dunkelfeld sind Thrombozytenaggregate eine sehr häufige Erscheinung, oft vernetzt mit Fibrin. Dies ist nicht verwunderlich da Herz-Kreislauferkrankungen die häufigsten Beschwerden in der westlichen Welt heutzutage sind.

 

Es ist erstaunlich wie viele Dunkelfeldmikroskopisten weltweit diese Thrombozytenaggregationen als “Candida” diagnostizieren. Patienten mit systemischer Candidose liegen meißt auf der Intensivstation und sind nicht in der Lage zur Dunkelfeld Blutuntersuchung in eine Praxis zu gehen. Candida braucht saures Milieu zur Existenz, z.B. Vagina pH2.

 

 


Beispiele von Thrombozytenaggregaten im Dunkelfeld

Der physiologische pH-Wert des Blutes ist 7.38 – 7.42. Fällt der pH-Wert unter 7.36 kommt es zu einer metabolischen Azidose.

Es gibt 3 Mechanismen mit denen der Körper den Blut-pH reguliert:

  1. Physiologische Blutpuffer,
  2. Nierenausscheidung,
  3. Ablagerung von Säuren im Gewebe im Austausch für basische Minerale.
Selbst der Bluttropfen eines Krebspatienten hat somit bei Abnahme einen pH-Wert von 7.36 oder höher. Von hier an kommt es nun zu einer fortschreitenden Linksverschiebung des Milieus.
Es ist bekannt, Erythrozyten transportieren Sauerstoff nur und gebrauchen ihn nicht. Sie haben einen anaeroben Zellstoffwechsel. Endprodukt hierbei ist Laktat. Mucor racemosus produziert ebenfalls Laktat. Aspergillus niger Zitronen- und Oxalsäure.
Ein saurer pH-Wert erlaubt dann die von Enderlein beschriebenen Entwicklungsformen bis hin zu Pilzen. Somit steht fest: Je kranker ein Mensch, um so schneller kommt es zu pathologischen Entwicklungsformen im Dunkelfeldpräparat.
Die Interpretation dieser Entwicklungen ist dann jedermanns Sache und kann von Hämatologen nicht nachvollzogen werden. Die Glaubwürdigkeit der Vitalblutuntersuchung im Dunkelfeld leidet jedoch am meisten, wenn Anwender bereits hämatologisch nachvollziehbare Erscheinungen falsch bezeichnen und interpretieren. 

Autor:

Dr. Hilbert Seeger, MD PhD
Suite 102, 2-4 Pacific Highway
St. Leonards NSW 2065

Sydney / Australia


Email: darkfieldtraining@gmail.com


Alle Dunkelfeldbilder © Dr. Hilbert Seeger

Hellfeldbilder freundlicherweise von Wadsworth Center, New York Department of Health, zur Verfügung gestellt.


 


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