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Spermit-Spermite


männliche Geschlechtsform der Bakterien; von Enderlein erstmals 1915 im Zusammenhang mit seinen vergleichend-morphologischen Untersuchungen am Beispiel des Cholera-Erregers beschrieben. Das Spermit setzt sich zusammen aus dem männlichen Halbkern tragenden Kopfteil (Symprotit) und anhängender Geißel (Filum); es ist sehr beweglich. Spermite gehen aus Goniten hervor, so bezeichnet Enderlein die nichtkeimfähige Gonidie (=allgemeine Fruchtform der Bakterien). Gonite differenzieren sich nach Überimpfung in eine flüssige Nährlösung in Spermite und Oite (="Bakterienei"), die nach Kopulation wieder keimfähige Gonidien bilden, aus denen ein Bakterienindividum hervorgeht.

Spermite im Blut gehören nach Enderlein zu dem Kreislauf des Endobionten. Er bezeichnet sie synomym mit Bakteriophagen, doch dieser Begriff ist missverständlich, da es sich bei den Spermiten nicht um Bakterienviren handelt. Die biologische Funktion der Spermite besteht, nach Enderleins Auffassung, im Abbau der Kerneinheiten der eigenen Art. Spermite erfüllen demnach die Funktion von biologischen Regulatoren im Organismus, sie würden verhindern, dass der Endobiont seinem Wirt gegenüber parasitäre Eigenschaften entwickelt. Die Spermite bilden die einzige nicht pathogene Entwicklungsform des Endobionten, der in allen seinen Entwicklungsstadien pathogene Eigenschaften entwickeln könne.

Die Spermite im Blut sind nach Enderlein identisch mit denen, die von dem Schimmelpilz Mucor racemous gebildet werden. Diese wurden von Enderlein, in einem von ihm entwickelten Verfahren, durch Filtration gewonnen und als Arzneimittel aufbereitet. Es wurde zur Behandlung des "Endobiosis-Komplexes" eingesetzt.

Nach Enderlein gehören die Spermite dem Chondrit-Stadium des Endobionten an.



 

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