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Isopathie


1833 von dem Tierarzt J. J. W. Lux begründete Heilmethode, die er aus der Homöopathie heraus entwickelte;
statt dem „Ähnlichkeits-Prinzip“ kommt das „Gleichheits-Prinzip“ zum Tragen;
frühe immunologische Behandlungsmethode von Infektionserkrankungen; dabei wurde Blut, Körpersekrete und Gewebe infizierter Tiere oder Menschen gewonnen, und bis zur dreißigmal verdünnt, als oraler Impfstoff aufbereitet.

Die isopathische Behandlungsmethode wurde zunächst von der Standesmedizin als "Gipfel des homöopathischen Blödsinns" (zit. n. August Bier) angesehen und auch von Hahnemann und dessen Anhänger abgelehnt.

Erst mit der Einführung der Tollwutimpfung durch Pasteur sowie der Diphtherie- und Tetanus-Impfung durch Emil von Behring, wurde die praktische Bedeutung des „isopathischen Heilprinzips“ allgemein anerkannt. (Emil von Behring: Über Heilprinzipien, insbesondere über das ätiologische und isopathische Heilprinzip. (Marburger Aulavortrag). Deutsche Medizinische Wochenschrift (5), 1898)

Heutzutage wird der Isopathie-Begriff jedoch hauptsächlich in Zusammenhang mit den Forschungen und Lehren von Günther Enderlein genannt.

Nach Enderlein war das isopathische Heilprinzip bereits den Ärzten der Antike bekannt. Man fände es z. B. auch heute noch in der „Rinder-Urin-Therapie“ der traditionellen indischen Medizin. Der Urin der Rinder würde reichlich so genannte „Spermite“ enthalten. Darunter versteht Enderlein biologische Regulatoren aus dem Kreislauf des endogenen, polymorphen Mikroorganismus im Blut, den er „Endobiont“ nannte. Dieser Mikroorganismus sei im Blut aller Säugetiere nachweisbar und für eine Vielzahl chronischer und degenerativer Leiden verantwortlich. Enderlein betrachtete diesen Mikroorganismus als einen „Ur-Symbiont“ der Wirbeltiere, der vor hunderten von Millionen Jahren in den Vorläuferorganismus der Säugetiere eingedrungen sei, und die Entwicklung dieser überhaupt erst ermöglicht habe. Bei diesem Mikroorganismus handele es sich um einen komplexen "Chondrit-Bakterie-Schimmelorganismus", der in seiner höchsten Entwicklungsstufe identisch mit dem Schimmelpilz Mucor racemosus (Fresen) sei. Aus diesem stellte Enderlein Anfang der 1940er Jahre sein erstes isopathisches Heilmittel für die Krebs-Behandlung her. Es folgten weitere Präparate aus bekannten Schimmelpilzen und Bakterien, jedoch erfüllen nicht alle Präparate die Kriterien eines isopathischen Heilmittels.






 

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